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Krankheitsverbreitung

 

Krankheitsverbreitung

 

Allgemeine Betrachtungen

Abb. 1: Anteil der Lungenerkrankungenan den Sterbefällen in Deutschland

Abb. 1: Anteil der Lungenerkrankungenan den Sterbefällen in Deutschland

1997 Gesamt 860.00 / Jahr

Quelle: Statistisches Bundesamt 1999

…zur Epidemiologie
Erkrankungen der Atmungsorgane gehören zu den großen Volkskrankheiten. Man kann davon ausgehen, dass ca. 15-20 % aller Bundesbürger erkannt oder unerkannt, behandelt oder unbehandelt, an einer Bronchial- und Lungenerkrankung leiden.

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes sind 10 % der Sterbefälle auf Lungen- und Atemwegserkrankungen - von Asthma bronchiale über chronisch obstruktive Bronchitis bis zum Emphysem und zu Lungenkrebs - zurückzuführen. (vergl. Abb.1)

Nach diesen Angaben rangieren Lungenerkrankungen in der Todesstatistik an 3. Stelle hinter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs an anderen Organen.

Bei Betrachtungen dieser Art sollte allerdings nicht unberücksichtigt bleiben, dass ein erheblicher Anteil der „Herztoten" – vor allem derjenigen mit Rechtsherzversagen – auf Lungenerkrankungen, wie z. B. eine chronisch obstruktive Bronchitis oder ein Lungenemphysem, zurückzuführen sind.

Abb. 2: Erstmals entschädigte Berufskrankheiten nach Fachgebieten

Abb. 2: Erstmals entschädigte Berufskrankheiten nach Fachgebieten

1997 Gesamt 6.983 Berufskrankheiten-Renten

Quelle: HVGB 1998

Abb. 3: Arbeitsunfähigkeitsfälle nach Krankheitsgruppen, bezogen auf Pflichtmitglieder der AOK

Abb. 3: Arbeitsunfähigkeitsfälle nach Krankheitsgruppen, bezogen auf Pflichtmitglieder der AOK

Gesamt 16,1 Mio. Arbeitsunfälle

Quelle: AOK 1998

…zur sozioökonomischen Aspekten
Aber nicht nur die epidemiologischen Zahlen, auch die sozioökonomischen Fakten machen die Herausforderungen durch Krankheiten der Atmungsorgane überdeutlich. Mehr als ein Drittel aller erstmals entschädigten Berufskrankheiten entfällt auf Erkrankungen der Lunge (vergl. Abb. 2) und mehr als ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitsfälle ist auf Atemwegs- und Lungenkrankheiten zurückzuführen (vergl. Abb. 3).


Bei einem Sozialbudget 1997 von 1.256 Milliarden DM und einem Anteil von 19,5 % für Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen (245 Milliarden DM) verursachten Lungenkrankheiten mit ca. 37 Milliarden DM die zweithöchsten Kosten aller Krankheitsgruppen in Deutschland, übertroffen nur von Herzkreislauferkrankungen (ca. 54 Milliarden DM). Die Gesamtkosten errechnen sich aus der Summe von direkten Kosten (ärztliche Leistungen, Arzneimittel, stationäre Behandlung, Rehabilitation, Krankengeldzahlungen) und indirekten Kosten (krankheitsbedingte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit, Produktionsverlust durch vorzeitigen Tod des arbeitenden Menschen).

Es ist leicht nachvollziehbar, dass bei Lungenkrankheiten die indirekten Kosten der dominierende Faktor sind. Bei der Betrachtung aller chronischen Krankheiten nimmt die COPD mit Gesamtkosten 1997 von 12,85 Milliarden DM einen Spitzenplatz in der Rangordnung der teuersten Krankheiten ein.

 

Abb. 4: Reihung der 10 weltweit häufigsten zum Tode führenden Erkrankungen für 1990 und Vorrausschätzung für das Jahr 2020.

Erkrankungen 1990

1. Herzkranzgefäßerkrankungen

2. Schlaganfall

3. Lungenentzündung

4. Durchfallerkrankungen

5. Säuglingssterblichkeit

6. COPD

7. Tuberkulose

8. Masern

9. Verkehrsunfall

10. Lungenkrebs

Erkrankungen 2020

1. Herzkranzgefäßerkrankungen

2. Schlaganfall

3. COPD

4. Lungenentzündung

5. Lungenkrebs

6. Verkehrsunfall

7. Tuberkulose

8. Magenkrebs

9. HIV/AIDS

10. Selbstmord

Quelle: Lancet 1997 / Nature 1998

…zur zukünftigen Entwicklung
Insgesamt wird bis zum Jahr 2010 mit einer Zunahme der pneumologischen Erkrankungen gerechnet. Diese wird für Asthma bronchiale und chronische Bronchitis bei etwa 25 % der Gesamtbevölkerung angenommen. Es kann als sicher gelten, dass Asthma bronchiale und chronische Bronchitis dann die dritthäufigste Todesursache in Deutschland sein werden.

Nach einer weltweiten Erhebung der Harvard School of Public Health (Boston, USA) zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank werden in den nächsten 20 Jahren die Todesfälle an Lungenkrankheiten weiter und deutlich zunehmen (vergl. Abb. 4), u.a. rückt die COPD vom 6. auf den 3. „Platz” auf.

aktualisiert am 12.04.2003

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Die Deutsche Atemwegsliga e.V.
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