 |
- Sie ist gekennzeichnet durch Husten, Auswurf und später auch durch
Atemnot.
Man unterscheidet folgende Formen:
- akute Bronchitis
- chronische Bronchitis
- chronisch obstruktive Bronchitis.
Nachfolgend sollen die verschiedenen Formen der Bronchitis beschrieben werden.
| Akute Bronchitis |
| Bei der Betrachtung der unterschiedlichen
Formen der Bronchitis spielt zuallererst die sog. „akute Bronchitis“,
also das, was man gemeinhin eine „Erkältung“ oder einen
„Infekt“ nennt, eine wichtige Rolle. Wie es der Name schon
anzeigt, handelt es sich dabei um eine Entzündung der Bronchien,
die durch eine bakterielle oder virale Infektion hervorgerufen wird. Die
große Verbreitung der Erkrankung ist für jeden nachvollziehbar,
da jeder von uns mehr oder weniger oft von ihr betroffen ist.
Tritt die „akute Bronchitis“ gehäuft auf, so kann das
bereits der Einstieg in eine „chronische Bronchitis” sein
und sollte Anlaß zur fachärztlich-pneumologischen Konsultation
sein, um einer nicht selten vorhandenen Gewöhnung an Beschwerden
entgegenzuwirken. Wehret den Anfängen! |
| Chronische Bronchitis |
Die Folgeerkrankung der akuten Bronchitis kann eine
chronische Bronchitis sein. Viele Patienten glauben, die Ursache für
ihre chronische Bronchitis sei die Umweltverschmutzung. Das kann, muss
aber nicht so sein. Richtig ist, dass meistens das Rauchen – als
die „innere Umweltverschmutzung" - Ursache der chronischen
Bronchitis ist.
Die chronische Bronchitis ist vor allem gekennzeichnet durch anhaltenden,
chronischen Husten, aber auch durch eine vermehrte Produktion von Bronchialschleim
und durch beginnende Atemnot.
Wie eng die Beziehung zwischen Rauchen und chronischer Bronchitis ist,
wissen viele Raucher. Sie kennen den sog. „Raucherhusten“,
der – vor allem morgens – beim starken Raucher zu beobachten
ist und der in erster Linie dazu dient, das Bronchialsystem vom Schleim
zu befreien. In der Tat ist der mit weitem Abstand wichtigste Faktor beim
Erwachsenen das inhalative Rauchen:
Zu 90 % ist die chronische Bronchitis der Erwachsenen durch das Rauchen
verursacht und bei jedem 2. Raucher mit einem Alter von über 40 Jahren
liegt eine chronische Bronchitis vor.
Weitere Faktoren sind arbeitsplatz- und umweltbedingte Luftverunreinigungen
(z. B. Cadmium, Silikate, Isozyanate, Schwefeldioxid, Stickstoffoxide,
Ozon). Diese wirken sich vor allem nachteilig aus, wenn ein Betroffener
mehreren Schadstoffen gleichzeitig ausgesetzt ist. Auf der anderen Seite
spielen erbliche Veranlagungen, frühkindliche Infektionen und das
Geschlecht eine Rolle, so erkranken Männer 3x häufiger als Frauen
an einer chronischen Bronchitis.
Kommt es immer wieder zu Husten, und bleibt er über einen längeren
Zeitraum bestehen, spricht man von einer chronischen Bronchitis. Husten,
der über Wochen anhält und immer wieder auftritt, kann natürlich
auch andere Ursachen haben. Es gibt also vielerlei Gründe, eine genaue
Abklärung der Ursachen dieses chronischen Hustens zu betreiben. Der
Patient sollte deshalb nach Absprache mit einem Hausarzt einen Lungenfacharzt
aufsuchen und eine entsprechende Abklärung anstreben.
Ein weiterer Faktor, der den regelmäßigen Arztbesuch notwendig
macht, ist in der Tatsache
zu sehen, dass chronische Bronchitiker mehr als andere Bevölkerungsgruppen
zu immer wiederkehrenden Infekten neigen. Die chronische Entzündung
der Luftwege bietet für Infektionen durch Viren und Bakterien ideale
Voraussetzungen. Die Infekte sind mit „harmlosen Erkältungen”
nicht vergleichbar, weil sie das bereits geschädigte Bronchialsystem
immer weiter schädigen und eine permanente Verschlechterung des Bronchialleidens
verursachen. |
| Chronisch obstruktive Bronchitis |
| Ein beachtlicher Teil der chronischen Bronchitiker
entwickelt im Laufe des Lebens eine Engerstellung der Atemwege (Atemwegsobstruktion),
wodurch diese Patienten zunehmend an Atemnot leiden.
Wie bei der chronischen Bronchitis ist die Verschlechterung auch hier
schleichend. So zeigt sich die Atemnot zuerst bei starker körperlicher
Belastung, später dann aber auch schon bei leichteren körperlichen
Tätigkeiten. Zuerst ist das Treppensteigen belastend, schließlich
schon das normale Gehen.
Viele Patienten mit einer chronisch obstruktiven Bronchitis bagatellisieren
ihre Atemnot und führen sie auf alle möglichen Ursachen zurück:
z. B. auf das zunehmende Alter oder auf das Körpergewicht. In den
seltensten Fällen wird die chronisch obstruktive Bronchitis als Ursache
für die schleichende Verschlechterung der körperlichen Belastbarkeit
und die von Jahr zu Jahr sich verstärkende Atemnot gesehen.
Unbehandelt tritt der Tod bei Patienten mit dieser Erkrankung durchschnittlich
10 Jahre früher ein als bei Menschen mit einer gesunden Lunge. Die
chronisch obstruktive Bronchitis und die daraus resultierenden Folgeerkrankungen
(wie die „respiratorische Insuffizienz” und das "Cor
pulmonale”) finden sich als Haupttodesursachen in den Statistiken
großer Kliniken. |
Die Diagnose
Die Diagnose chronische Bronchitis ergibt sich aus der Vorgeschichte und den
Befunden der Lungenfunktion. In vielen Fällen ist die Diagnose mit einfachen
Verfahren schnell möglich. Probleme ergeben sich bei Unsicherheit in der
Zuordnung von Husten und Auswurf (siehe Abschnitt Husten) und bei immer mit
in die Erwägung zu ziehenden Zweiterkrankungen. Hierbei ist die Frage nach
dem Vorliegen eines Lungenkrebses von herausragender Bedeutung.
Die Behandlung
Wichtigste Präventivmaßnahme bei der chronischen Bronchitis bei Rauchern
ist die Aufgabe des Inhalationsrauchens; sie kann zwar nicht den Leistungsverlust
der Atmung wiederherstellen, wohl aber das Fortschreiten der Leistungsbegrenzung
verlangsamen. Liegen weitere chemische und physikalische negative Einflüsse
vor, ist Schadstoffvermeidung anzustreben, und dies gilt gleichermaßen
für den Arbeitsplatz wie für das persönliche Umfeld. Die medikamentöse
Therapie der chronisch obstruktiven Bronchitis beinhaltet wie beim Asthma bronchiale
bronchialerweiternde und antientzündliche Medikamente.
Hat die Erkrankung zu einem Versagen der Atmung geführt, müssen
Sauerstofflangzeittherapie und nicht-invasive (auch häusliche) Beatmung
mit in die Therapie einbezogen werden.
Frühzeitig sind ambulante und stationäre Rehabilitationsmaßnahmen
zu treffen; sie beinhalten Raucherentwöhnungsprogramme, muskuläres
Training, atemerleichternde Gymnastik, adäquate Ernährung und gegebenenfalls
Stabilisierung eines gestörten (sozioökonomischen) Umfeldes.
Die Atemphysiotherapie
hat ihren Schwerpunkt bei der Behandlung der chronisch obstruktiven Bronchitis
beim Transport und der Elimination von Sekret. Das Erlernen eines „anti-obstruktiven"
Verhaltens ist für diese Patienten von großer Bedeutung. Der Patient
lernt unnötige Widerstandserhöhungen in den Atemwegen zu vermeiden.
Durch spezielle Atemtechniken (z. B. dosierte Lippenbremse) kann das Kollabieren
der Atemwege bei der Ausatmung verhindert werden.
Weitere Ziele sind die Verbesserung der Brustkorbbeweglichkeit und das Erhalten
der individuellen Toleranz für Ausdauerbelastung. |
 |