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Atemwege und Lunge sind neben der Haut die einzigen Organsysteme
des menschlichen Körpers, die unserer Umwelt unmittelbar ausgesetzt sind.
Zwangsläufig folgt daraus, dass eine kaum zu übersehende Fülle
von Schadstoffen jeder Art die Organfunktionen negativ beeinflussen können
(und in der Regel auch tun) und somit Quantität und Qualität von Atemwegs-
und Lungenkrankheiten ein enormes Ausmaß erreicht haben, und dieses Ausmaß
nimmt weltweit weiter zu. Der Wegweiser „Aufatmen in Deutschland”
beschränkt sich auf die Krankheiten Asthma bronchiale, chronische Bronchitis,
Lungenemphysem und COPD, die aufgrund ihrer Häufigkeit und ihrer sozialmedizinischen
Bedeutung zu Recht als Volkskrankheiten bezeichnet werden. Zusätzlich erläutert
der Wegweiser zwei mit Erkrankungen der Atemwege und der Lunge eng verknüpfte
Krankheitszeichen: die Luftnot und den Husten.
Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, Lungenemphysem und COPD erfordern
für den Betroffenen ein hohes Maß fachkompetenter medizinischer und
physiotherapeutischer Betreuung und sind aus sozialökonomischen Gründen
eine große Herausforderung an uns alle als Gesellschaft. Dies ergibt sich
aus
mehreren Gründen:
- Es handelt sich um chronische, prinzipiell nicht heilbare Krankheiten,
die bei nicht fachkompetenter Behandlung in ihrem Verlauf eine rasche Verschlechterung
erfahren.
- Die Erkrankungen führen zu einer wesent-lichen Einbuße elementarer
Atemfunktionen und damit zu einer wesentlichen Einbuße von körperlicher
und geistiger Leistung mit entsprechend verringerter Lebensqualität.
- Die Erkennung und Differenzierung der Krankheiten machen eine komplexe
Diagnostik erforderlich, nur diese eröffnet die Chance, einen Stillstand
der Erkrankung für längere Zeit zu erreichen.
- Die Behandlung der Krankheiten ist in der Regel eine Lebenszeitbehandlung.
- Der Erfolg der Behandlung der Krankheiten ist abhängig von der Mitwirkung
des Patienten, dies bedingt eine fachkompetente Aufklärung, ständige
Information und Schulung.
- Die Behandlung der Krankheiten ist nicht allein eine Therapie mit Medikamenten.
Fachgerechte Physiotherapie, sporttherapeutische Maßnahmen, Prävention
durch Meidung inhalativer Noxen (z. B. Rauchen, z. B. Arbeitsplatz) sind wesentliche
Stützen in der Betreuung der Betroffenen.
- Die Betreuung der chronisch Kranken ist langfristig nur dann erfolgreich,
wenn eine Vernetzung aller Beteiligten auf den verschiedenen Versorgungsebenen
gelingt:
Hausarzt- und Facharztpraxis, Akutklinik, Physiotherapiepraxis, stationäre
und ambulante Rehabilitationseinrichtungen, Sportgruppen und Patientenvereinigungen.
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